947.400 (2006) Während des andauernden Konflikts flüchteten große Teile der osttimorischen Bevölkerung nach Westtimor und in andere indonesische
Landesteile, so dass die Bevölkerungsverschiebung sehr groß ist. Die UN Flüchtlingsorganisation UNHCR schätzt, dass über 500.000 Menschen vertrieben wurden. Ein Repatriierungsprozess wurde in die Wege geleitet und dauert weiter
an.
Bevölkerungsdichte
65 pro qkm.
Hauptstadt
Dili 163.310 (2006).
Geographie
Osttimor liegt auf der östlichen Hälfte der Insel Timor in der Timorsee zwischen Indonesien und Australien. Die Landschaft
ist abwechslungsreich, es gibt eine beeindruckende Küstenlinie und Berge im Landesinneren, der Boden ist felsig. Osttimor
teilt sich eine Grenze mit Westtimor. Zu Osttimor gehört auch die Exklave Oekussi-Ambeno (etwa 70 km westlich), die im von
Indonesien verwalteten Westtimor liegt, sowie die Inseln Atauro (Pulo Cambing) und Jaco (Pulo Jako).
Geschichte
Osttimor war über 400 Jahre lang eine portugiesische Kolonie. 1975 räumte Portugal das Gebiet, wenige Tage später rückten
indonesische Truppen ein und beanspruchten die Region als 27. indonesische Provinz. Im Juli 1976 wurde Osttimor von Indonesien
als 27. Provinz annektiert. Während der nächsten zwei Jahrzehnte kämpften osttimorische Rebellen, besonders die Frente Revolucinario de Este Timor Independente (FRETILIN), weiterhin für Unabhängigkeit Osttimors und lieferten sich andauernde blutige Gefechte mit den indonesischen Besatzungstruppen.
1998 kündigte der damalige indonesische Präsident Habibie unerwarteterweise ein Referendum für Osttimor an, in dem über die
volle Unabhängigkeit oder begrenzte Autonomie der Provinz innerhalb Indonesiens entschieden werden sollte. Das Referendum
wurde am 30. August 1999 durchgeführt, 80% der osttimorischen Bevölkerung stimmten für Unabhängigkeit. Die indonesische Armee
und vom Militär unterstützte örtliche Milizen reagierten auf dieses Abstimmungsergebnis mit einer wahren Orgie an Gewalt,
Raub und Totschlag. Hunderttausende von Menschen wurden vertrieben und die ohnehin schon schwache wirtschaftliche Infrastruktur
vollkommen zerstört. In den nächsten zwei Jahren wurde Osttimor von der UN-Übergangangsregierung UNTAET verwaltet, die den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbau der Region in die Wege leitete. Seit dem 20. Mai
2002 ist Osttimor unabhängig. Die UN Mission of Support in East Timor (UNMISET) unterstützt seitdem die osttimorische Regierung bei ihrer Arbeit.
Staatsform
Verfassung von 2002. Republik. Staatsoberhaupt: Präsident Kay Rala Xanana Gusmão, (ehemaliger Name: Jose Alexandre Gusmão),
seit Mai 2002. Regierungschef: Mari Alkatiri, seit Mai 2002. Unabhängig seit 28. November 1975 von Portugal. Unabhängig seit
20. Mai 2002 von Indonesien.
Sprache
Amtssprachen sind Portugiesisch und Tetum. Bahasa-Indonesisch und Englisch wird ebenfalls gesprochen. Es gibt 12 verschiedene
ethnische Gruppen in Osttimor, die alle ihren eigenen Dialekt sprechen. Von diesen Dialekten gehört der größte Teil zu den
austronesischen Sprachgruppen. Die Hauptsprache Osttimors ist Tetum, eine Hybridsprache aus austronesischem Dialekt mit einem
starken portugiesischen Einfluss.
220 V, 50 Hz. Schlechte Stromversorgung, sehr oft Ausfälle.
Post- und Fernmeldewesen
Telefon
Internationale Anrufe von und nach Dili können getätigt werden. Die Ortsvorwahl für Dili ist 390.
Landesvorwahl
670.
Mobiltelefon
Netzbetreiber sind Timor Telecom und Telstra (Internet: www.telstra.com.au/mobile/index.htm). Der Empfangsbereich beschränkt sich auf Dili und kleinere Regionen wie Baukau, Balibo, Suai, Los Palos und Oekussi. In
anderen Landesteilen kann man nur per Satellitentelefon telefonieren. Es bestehen Roaming-Verträge mit Deutschland, Österreich
und der Schweiz.
Fax
Faxanschlüsse gibt es in größeren Hotels.
Internet
Hauptanbieter ist VPM Internet Services (Internet: www.vpm.com). Internetzugang besteht in einigen größeren Hotels.
Post
Ein eingeschränkter Postdienst existiert.
Deutsche Welle
Da sich der Einsatz der Kurzwellenfrequenzen im Verlauf eines Jahres mehrfach ändert, empfiehlt es sich, die aktuellen Frequenzen
direkt beim Kundenservice der Deutschen Welle (Tel: (+49) (0228) 429 32 08. Internet: www.dw-world.de) anzufordern.