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Die aserbaidschanische Hauptstadt Baku ist islamischen Ursprungs und überblickt das Kaspische Meer. Die von einer Stadtmauer umgebene Altstadt Itscheri Scheher mit ihren Teehäusern und geschäftigen engen Gassen hat ein typisch orientalisches Flair. Vom Jungfrauenturm (Kyz-Kalasy, 12. Jh.) eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Bucht. Nur einen Katzensprung entfernt stehen zwei alte Karawansereien
mit gewölbten Dächern und weitläufigen Höfen aus dem 14. und 16. Jahrhundert. In der Dschuma-Moschee ist das Museum für Teppiche und Angewandte Kunst untergebracht, mit einer interessanten Sammlung aserbaidschanischer Teppiche, Schmuckgegenständen, Stickereien, Holzschnitzereien
und Filigranarbeiten aus Metall. Das Synyk-Kalah-Minaret in der Nähe des Museums wurde 1093 errichtet und ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Nur ein paar Schritte weiter
befindet sich der prächtige Palast der Schahs von Shirvan. Palast, Mausoleum und Gerichtshof können besichtigt werden. Ebenso prachtvoll sind die Gebäude, die
während des Ölbooms um die Jahrhundertwende entstanden. Wahre Märchenfassaden aus Tausendundeiner Nacht im neogotischen oder
Renaissance-Stil zeugen von Originalität und Exzentrizität der reichen Ölmagnate, die sie bauen ließen. Auch die Architektur
der Folgezeit ist durchaus experimentierfreudig, der 1926 errichtete Bahnhof Sabuchinsky ist im Stil einer riesigen Medresse (islamische Koranschule) erbaut.
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Kobustan (ca. 70 km südlich von Baku) ist ein kleines Dorf, das für seine 10.000 Jahre alten Felsenmalereien bekannt ist. Die Höhlen
und Felsformationen bedecken eine Fläche von 100 qkm. Häufigste Darstellungsmotive sind Jagdszenen, rituelle Tänze, religiöse
Zeremonien, Schiffe und Tiere. In viele Felsen haben römische Soldaten im 1. Jahrhundert Initialen und Kommentare zu den Bildern
eingeritzt. Auf der Halbinsel Abscheron, die jenseits von Baku ins Kaspische Meer hineinragt, kann man einige Burgen aus dem 14. Jahrhundert besichtigen, die die
Schahs von Shirvan als Verteidigungsposten gegen Angriffe vom Meer bauen ließen. Am besten erhalten sind die Festungen in
Ramana, Nardaran und Mardkyany. Die Spitze der Halbinsel ist heute Naturschutzgebiet. In Ramana gibt es Reste alter Ölfelder, auf denen sich ab und zu zoroastrische
Feueranbeter zu Tanzritualen einfinden. Zarathustra war ein iranischer Religionsstifter, der im 6. Jahrhundert v. Chr. lebte
und die altiranische Religion erneuerte. Die brennbaren Gase lockten schon im 18. Jahrhundert indische Feueranbeter an, die
hier den Surakhany-Tempel bauten, der bis 1918 eine wichtige Wallfahrtsstätte für parsische Pilger war (20 km nordöstlich von Baku). Einige der Pilgerbehausungen
werden heute als Wachsmuseum genutzt, in dem die Rituale der Feueranbetung erklärt werden. 130 km westlich von Baku in den Ausläufern des Kaukasus liegt
die alte Hauptstadt Shumaka, früher bedeutendes Handelszentrum des Landes. Im 2. Jahrhundert gegründet, zerstörten wiederholt Erdbeben (zuletzt 1902)
und plündernde Armeen die antike Stadt, so dass von der einstigen Pracht wenig übrig blieb. Hauptsehenswürdigkeiten sind die
Moschee, die Ruinen einer Festung (beide 10. Jh). und das Königliche Mausoleum mit seinen sieben Kuppeln. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Sheki (380 km westlich von Baku an der georgischen Grenze) eine der ältesten Siedlungen im Kaukasus ist. Schon vor 2500 Jahren
lebten hier Menschen. Eindrucksvoll sind der mit Fresken geschmückte Sommerpalast (18. Jh.) und die alte Festung, die ein Heerführer bauen ließ, der Sheki zur Hauptstadt eines unabhängigen Khanates machte. Die Basare und Karawansereien
zeugen von der einstigen Bedeutung der Stadt als Handelszentrum. Seide, für die Sheki berühmt war, wird heute noch hier hergestellt.
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