|
Osttimor war selbst vor der Krise von 1999 eine der ärmsten Regionen der Welt. Während der gewalttätigen Auseinandersetzungen
zwischen dem indonesischen Militär und osttimorischen Unabhängigkeitskämpfern und besonders während der destruktiven Gewaltkampagne
der indonesischen Miliz 1999 wurde der größte Teil der osttimorischen Infra- und Agrarstrukur zerstört. 2001 lag das Einkommen
von etwa 40 % der Bevölkerung unter der absoluten Armutsgrenze von 1 USD pro Tag. Im Dezember 1999 wurde ein Trust Fund for East Timor (TFET) eingerichtet, mit dem 10 Geberländer einen Gesamtbetrag von über 168 Millionen US$ versprachen, der für den Wiederaufbau
der wichtigsten Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen verwendet werden wird. Eine wichtige Einkommensquelle für die osttimorische
Wirtschaft sind die Ölvorkommern in der Timorsee, über die mit der australischen Regierung vor kurzem ein Abkommen geschlossen
wurde. Auch der Tourismus wird in Zukunft wieder eine Rolle spielen. In Osttimor werden außerdem hochklassige Arabicakaffeebohnen
angebaut, der Kaffeeexport ist somit ebenfalls ein ausbaufähiger Wirtschaftszweig. Osttimor ist ein Mitglied des Internationalen
Währungsfonds (IMF), der Weltbankgruppe, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB).
Am 27. September 2002 wurde Osttimor als 191. Mitgliedsstaat in die UN aufgenommen.
|